Gottesdienste wieder in der Kirche

Erfahrungsbericht von Burkhard Koschitzki

erstellt am 31.05.20 Kategorie(n): Besondere Gottesdienste, Gottesdienste feiern

Am Pfingstsonntag fand in unseren beiden Kirchen nach langer Pause jeweils der erste Gottesdienst "unter Anwesenden" statt.
Wie war es?

Den Gottesdienst 1 nach dem Shut Down in unserer Kirche wollte ich nicht verpassen. Wie das wohl werden würde?
Vor der Kirche erwarteten zunächst Abstandsmarkierungen als Orientierungshilfe die Gemeindeglieder, danach ein (maskierter) Mitarbeiter, der die Ankommenden begrüßte. Da die Kirche nur mit Mund-Nase-Schutz (MNS) betreten werden durfte, legte spätestens hier jeder Besucher seinen MNS an. Die ankommenden Besucher zeigten sich jedoch als gut vorbereitet.

Als nächstes erfolgte die Händedesinfektion, danach konnte man die Kirche betreten. Man erhielt eine nummerierte Platzkarte, auf der jeder seinen Namen mit Kontaktdaten eintrug. Diese Karte wurde gleich dort zur kurzzeitigen Archivierung abgegeben. Danach durfte jeder Besucher den Platz mit seiner Nummer einnehmen. Da freundliche Mitarbeiter diese Stationen begleiteten, lief alles wie selbstverständlich ab.

Ungewohnt, so mit Maske in der Kirche zu sitzen. Aber alle anderen sahen ja genauso aus, das war irgendwie beruhigend. Es sollte nicht gesungen werden. Bei "gemeinsamen" Liedern spielte die Orgel die Choralstrophen, die jeder an der Leinwand mitlesen und -denken konnte. Ich musste mir Zurückhaltung auferlegen. Die Liturgie wurde gesprochen und nicht gesungen, wirkte auch ein wenig befremdlich, weil ungewohnt. Aber es durfte immerhin gesprochen werden. Und so waren Elemente wie das Glaubensbekenntnis oder das Vaterunser wie vertraute Ankerplätze in ungewohntem Gewässer, besonders bei geschlossenen Augen, wenn die ungewohnt verstreute Sitzordnung ausgeblendet wurde.

Nach dem Nachspiel leerte sich die Kirche zügig, von hinten beginnend. Geordnet und mit Abstand verließen die Besucher das Gebäude. Gesangbücher brauchten nicht abgegeben zu werden, man hatte ja erst gar keine bekommen. Am Ausgang standen die angekündigten Kollektenkörbe, mit Zetteln für den jeweiligen Zweck versehen. Wieviel (oder eher wenig?) da wohl zusammenkommen würde?

Vor der Kirche durfte man sich treffen und endlich untereinander austauschen. Neuerdings sind ja im Freien Gruppen bis zu zehn Menschen erlaubt. Angenehm, bei dem schönen Wetter. Manche nahmen mit einem Seufzer der Erleichterung die Maske ab, andere behielten sie noch auf. Bemerkenswert: Alle hielten Abstand voneinander, das funktionierte gut.

 

 


Es heißt, oft merke man, was einem fehle, wenn man es nicht mehr habe. Ich muss jedoch gestehen, dass ich mich an die "freien" Sonntage gut gewöhnen konnte. An Gottesdienste mit guten Predigten gelangt man auch virtuell, wenn man will. Eigenartigerweise habe ich erst heute, im ersten Präsenzgottesdienst nach zweieinhalb Monaten, gemerkt was mir gefehlt hat: Das wirklich gemeinsame Erleben des Gottesdienstes, das gemeinsame Hören, Reden und Beten, das persönliche Interagieren - mit einem Wort: Die Gemeinschaft in der Ausrichtung auf Gott, die hat mir gefehlt.

Deshalb - auch wenn manches eingeschränkt wirkt: Ich komme wieder.
Und Sie können das auch, denn bei Restart waren längst nicht alle Plätze belegt. Und ein sicherer Sitzplatz ist nur einen Telefonanruf weit entfernt. Bis freitags können Sie im Gemeindebüro unter Tel. 05222 83271 für die Trinitatiskirche und unter 05222 7718 für die Versöhnungskirche Ihren Platz reservieren.
Oder Sie kommen einfach so, wahrscheinlich ist noch Platz da. Gottesdienst zu Coronazeiten - kann man ruhig machen. Dauert auch nur höchstens 60 Minuten. 
;-)